Abschied der Ropovody auf der Liteňka

Die letzte Gelegenheit, die Triebwagen der Reihe 810 auf einer der schönsten Nebenbahnen Mittelböhmens festzuhalten. Einen Tag vor dem Ende des Regelbetriebs fahren wir mit zwei originalen Triebwagen aus und verabschieden die Liteňka gebührend, mit der Kamera in der Hand.

Strecke: Zadní Třebaň – Lochovice (- Jince) und zurück

Strecke: Zadní Třebaň – Lochovice

(- Jince) und zurück

Triebwagen: 810 325-1 + Btax 010

+ 810 009-1

Triebwagen: 810 325-1

+ Btax 010 + 810 009-1

Datum: 13. Juni 2026 (Samstag)

Abfahrt: ~10:00 (Karlštejn)

Ankunft: ~18:00 (Karlštejn)

Über die Veranstaltung

Am Sonntag, den 14. Juni 2026, fahren die Triebwagen der Reihe 810 zum letzten Mal planmäßig auf der Strecke Nr. 172 von Zadní Třebaň nach Lochovice, der sogenannten Liteňka. Danach übernehmen moderne Einheiten der Reihe 814. Wir möchten aber, dass diese Nebenbahn noch einmal einen ordentlichen „Ropovod“ erlebt. Deshalb setzen wir am Vortag, Samstag den 13. Juni, einen Fotozug ein, bestehend aus zwei Triebwagen 810 und einem Beiwagen 010.

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Eisenbahnfotografen und Eisenbahnfreunde, die die komplett rote 810er-Garnitur in der Landschaft der Liteňka ein letztes Mal im vollen Einsatz festhalten wollen. Es handelt sich nicht um einen Familienausflug. Das Programm ist auf das Fotografieren ausgerichtet, nicht auf Besichtigungen.

Der Zug fährt vormittags von Karlštejn ab und erreicht über den Spitzkehrenbahnhof Liteň die Station Všeradice. Hier ist eine längere Pause von etwa 2 Stunden eingeplant, in der man in Ruhe in einem der umliegenden Restaurants zu Mittag essen kann. Die Pause ist so gelegt, dass die Sonne für das Nachmittagsfotografieren im richtigen Winkel steht. Danach fährt der Zug weiter Richtung Lochovice, wo er wendet und zurückfährt.

Während der gesamten Fahrt steht im Zug ein kleines Getränkeangebot zur Verfügung: Bier, Limonade, Wasser und mehr. Das Mittagessen ist nicht im Preis enthalten, jeder bestellt was er möchte (oder muss nirgendwo hin).

Die Fotografen fahren direkt im Zug mit. Auf der Strecke sind rund 20 Fotohalte geplant. Der Zug hält jeweils an und die Fotografen steigen auf eigene Verantwortung ins Gleisbett aus. Zum eigentlichen Fotostandort geht es dann zu Fuß (meistens hinter dem Organisator, der die Stellen kennt und vorher abgefahren hat). Bei manchen Motiven, etwa Aufnahmen von Bäumen, Leitern oder erhöhten Positionen, wechseln sich die Fotografen in kleinen Gruppen ab, damit jeder zum Zug kommt. Die Veranstaltung ist bewusst locker gehalten, ohne strikten Minutenplan. Wir wollen, dass genug Raum bleibt, das Fotografieren zu genießen, nicht es zu stressen.

Wir planen auch den Einsatz von Komparsen, die an einigen Haltepunkten die Atmosphäre der Aufnahmen bereichern. Genaue Details (wie viele Personen, an welchen Haltepunkten) werden Anfang Juni feststehen. Alle Angemeldeten werden rechtzeitig informiert.

Die genauen Abfahrtszeiten und den vollständigen Ablaufplan geben wir eine Woche vor der Veranstaltung bekannt.

Wissenswertes über die Triebwagen 810 325-1 und 810 009-1

Für den Fotozug werden zwei Triebwagen der Reihe 810 eingesetzt, die sich im Besitz der Firma FAN RAIL s.r.o. befinden. Konkret 810 325-1 und 810 009-1, ergänzt um zwei Beiwagen der Reihe 010.

Die Triebwagen der Reihe 810 (ursprünglich M 152.0) wurden von der Vagónka Studénka in den Jahren 1975 bis 1982 gebaut, insgesamt 680 Stück. Sie waren die am weitesten verbreiteten Triebwagen auf tschechischen Gleisen. Oder besser gesagt: sie waren es. In den letzten Jahren verschwinden sie rasch aus dem Betrieb und auf vielen Strecken wurden sie bereits durch modernere Regionova oder andere Fahrzeuge ersetzt.

Spitznamen haben sie mehr als jedes andere Schienenfahrzeug: Orchestrion (wegen des Klangs des elektrischen Schaltwerks, der an ein Orchestrion aus der tschechischen Fernsehserie Chalupáři erinnerte), Plevel/Unkraut (weil sie überall zu finden waren), Skleník/Gewächshaus (wegen der großen Fenster) oder Autobus (der Antrieb stammt nämlich vom Bus Karosa). Und genau die Züge aus mehreren Triebwagen mit Beiwagen erhielten den Spitznamen „Ropovody“ (Pipelines), wegen ihres langgestreckten Aussehens.

Beide Wagen sind betriebsfähig und behalten ihr originales Interieur mit der charakteristischen Sitzanordnung, einfacher Technik und dem typischen Klang des LIAZ-Motors. Genau diese Kombination aus Einfachheit, direktem Kontakt zur Strecke, Ausblicken in die Landschaft und dem unverwechselbaren Sound macht eine Fahrt im 810er zu einem Erlebnis, das moderne Züge nicht bieten können.

Über die Strecke: Liteňka (Strecke Nr. 172)

Die Liteňka ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn von Zadní Třebaň nach Lochovice mit einer Länge von 26,5 km. Der Betrieb wurde am 30. August 1901 aufgenommen. Die Strecke ist damit älter als die Triebwagen, die auf ihr fahren. Sie führt durch eine romantische Landschaft am Nordhang der Brdy-Berge, überwindet einen Höhenunterschied von 162 Metern bei einer maximalen Steigung von 26,3 ‰.

Eine Besonderheit der Strecke ist der Spitzkehrenbahnhof Liteň. Der Zug fährt ein und in dieselbe Richtung wieder aus, wechselt also im Bahnhof die Fahrtrichtung. Diese Lösung entstand auf Wunsch des damaligen Gutsbesitzers, der den Bahnhof möglichst nah an seinem Gut haben wollte. Auf tschechischen Nebenbahnen ist das eine ziemlich seltene Kuriosität.

Die Strecke hat auch ein dunkles Kapitel. Im April 1945 sprengten Partisanen versehentlich einen normalen Personenzug statt eines deutschen Militärtransports in die Luft. Zwei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, die Fahrgäste überlebten. An die Ereignisse erinnert ein Denkmal an der Strecke.

Die Liteňka gehörte immer zu den weniger stark befahrenen Strecken und die 810er waren hier praktisch zu Hause, seit sie in den Einsatz kamen. Ab Juni 2026 werden sie auf der Liteňka durch Einheiten der Reihe 814 (Regionova) ersetzt und die Ära der klassischen „Orchestrions“ auf dieser Strecke endet.

Häufig gestellte Fragen

1. Wie und wann erhalte ich meinen Fotopass?
Nach der Bezahlung wird der Fotopass per E-Mail zugesandt. Er kann auf dem Handy oder ausgedruckt vorgezeigt werden.

2. Was ist, wenn ich nicht teilnehmen kann?
Bei Stornierung mehr als 7 Tage vor der Fahrt wird der Fahrpreis mit einer Stornogebühr von 20 % erstattet. Bei späterer Stornierung besteht kein Anspruch auf Rückerstattung.

3. Was tun bei Stornierung oder Fragen?
Kontaktieren Sie uns per E-Mail an info@zjpc.cz oder telefonisch unter 773 106 610.

4. Was passiert, wenn der Veranstalter die Fahrt absagt oder ändert?
Bei Absage oder wesentlicher Änderung besteht Anspruch auf vollständige Rückerstattung oder einen Ersatztermin.

5. Ist der Fotopass übertragbar?
Nein. Der Fotopass ist nicht übertragbar. Bei der Kontrolle kann ein Ausweis verlangt werden.

Unsere bisherigen Fahrten

Ein Rückblick auf vergangene Veranstaltungen, ihren Ablauf und die Erfahrungen der Teilnehmer.